Sustainable Shipping 2017 in Bremen

Maritimes Cluster setzt auf „Sustainable Shipping“

Wie lässt sich die Schifffahrt auf einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit bringen? Das haben Branchen-Experten am 20. und 21. November in Bremen diskutiert.

Ob Ballastwasser, Antriebstechnik oder Recycling – an Herausforderungen mit Bezug zum Umwelt- und Klimaschutz mangelt es der maritimen Branche nicht. Doch in vielen Fällen gibt es inzwischen auch gute Lösungen. Wie diese am besten zum Einsatz gebracht werden können, haben nationale und internationale Experten am 20. und 21. November 2017 in Bremen diskutiert – bereits zum dritten Mal hatten das Maritime Cluster Norddeutschland, der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie die Hochschule Bremen zu dem Kongress „Sustainable Shipping“ geladen.

Als Redner standen unter anderem Monika Breuch-Moritz, Leiterin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), sowie führende Vertreter des Bremer Senats und der vor Ort ansässigen Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Podium. In drei Themenworkshops ging es um „Ballastwasser und Bio-Fouling“, „die Zukunft des Schiffsantriebs“ und „Recycling nach der Hongkong-Konvention der IMO“. Gavin Allwright von der International Windship Association berichtete über die Initiative Ambition 1.5°C – Global Shipping’s Action Plan, die in der Woche zuvor auf der UN-Klimakonferenz COP23 in Bonn ein Zeichen für mehr Umweltschutz in der Schifffahrt gesetzt hatte.

Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz in Bremen wurde der „Greenports Award“ verliehen. Ausgezeichnet wurde die schwedische Reederei Tarbit Shipping. Deren Chemikalientanker „Bit Okland“ ist nach den Werten des Environment Ship Index das umweltfreundlichste Schiff, das im vergangenen Jahr in den bremischen Häfen zu Gast war. Tarbit Shipping erhielt zugleich auch den Preis für die insgesamt emissionsärmste Flotte mit regelmäßigen Anläufen in der Hansestadt.

Bereits 2011 ließ die schwedische Reederei die „Bit Viking“ auf einen LNG-Antrieb umrüsten – als weltweit ersten Tanker, der nicht LNG als Ladung transportiert. Doch auch darüber hinaus setze das Unternehmen auf einen energieeffizienten und umweltfreundlichen Schiffsbetrieb, hieß es in einer Pressemitteilung. Beispiele hierfür seien die Nutzung von schwefelarmen Kraftstoffen auch außerhalb der „Sulphur Emission Control Areas“, das Ausnutzen von Wind und Strom bei der Routenplanung, kraftstoffverbrauchsarme Geschwindigkeiten und LED-Beleuchtung an Bord.

Der Environment Ship Index ist ein international etabliertes Verfahren, das Schiffe gemäß ihrer Emissionswerte einstuft. In mehreren Dutzend Häfen werden auf dieser Grundlage inzwischen umweltbezogene Rabatte bei den Hafengebühren gewährt. Ein ungelöstes Problem auf dem Weg zu einer nachhaltigen Schifffahrt bleibe allerdings, dass in internationalen Gewässern noch immer mit dem besonders umweltschädlichen Schweröl gefahren werden dürfe, sagte Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. „Wenn Klimaschutz ernst genommen werden soll, müssen hier dringend neue international verbindliche Regeln geschaffen und durchgesetzt werden.“

 

Greenports Award - Verleihung in Bremen
Die Verleihung des „Greenports Award“ an Tarbit Shipping in Bremen.

 

 

 

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