Die neuen MRV-Regeln gelten künftig für alle Schiffe in der EU

Prüfstellen für europäisches MRV-System akkreditiert

Nach neuen EU-Regeln muss künftig für jedes Schiff ein Konzept zur Überwachung der Emissionen vorliegen. „Klassen“ und andere Zertifizierer bringen sich in Position.

Um die CO2-Emissionen der Seeschifffahrt in den Griff zu bekommen, setzt Brüssel auf ein dreistufiges Verfahren: MRV – Monitoring, Reporting, Verification. Ab dem 1. Januar 2018 wird gemessen. Doch schon bis zum 31. August 2017 müssen Eigner und Reeder für alle Schiffe ab einer Größe von 5000 BRZ (Bruttoraumzahl), die einen Hafen der EU anlaufen sollen, ein Monitoring-Konzept erstellen. Dieses muss anschließend von einer unabhängigen Stelle überprüft werden.

Die Klassifikationsgesellschaft DNV GL war nach eigenen Angaben die erste, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) eine Zulassung für Angebote im Bereich MRV erhielt. Das Unternehmen ist damit berechtigt, sowohl Monitoring-Konzepte als auch die ab Anfang 2018 zu erstellenden Emissionsberichte zu verifizieren. Darüber hinaus kann DNV GL künftig sogenannte Konformitäts-Bescheinigungen ausfertigen, die ab dem 30. Juni 2019 an Bord von Schiffen mitzuführen sind.

Bei verschiedenen europäischen Akkreditierungsstellen haben in den zurückliegenden Wochen auch andere „Klassen“ wie Bureau Veritas, Lloyd’s Register, ABS oder ClassNK eine Akkreditierung für MRV-Dienstleistungen erhalten, ebenso einige TÜV-Gesellschaften und ähnliche Anbieter. Auf all diese Prüfstellen dürfte in den kommenden Monaten einiges an Arbeit zukommen. Denn insgesamt sind Schätzungen zufolge bis zu 12.000 Schiffe von der neuen EU-Verordnung betroffen.

Die Monitoring-Konzepte müssen zahlreiche Daten zum laufenden Betrieb der Schiffe enthalten. Damit der Aufwand für die Schiffseigentümer trotzdem überschaubar bleibt, haben die Prüfstellen zum Teil spezielle Tools zur digitalen Datenübertragung entwickelt. DNV GL stellt etwa eine App namens „MRV Monitoring Plan Generator“ zur Verfügung.

„Es ist alles eine Sache der Vorbereitung“, sagte Niels Kaiser von der „Norddeutschen Reederei H. Schuldt“ Anfang Mai im Rahmen eines Workshops der Initiative Greenshipping-Niedersachsen zum Thema MRV. „Viele der gefragten Daten werden ohnehin dokumentiert, jedes Unternehmen muss nur den für sich effizientesten Weg ermitteln, um mit diesen Daten zu arbeiten.“

 

Weitere Informationen:
Q&A der Europäischen Kommission zum MRV-Verfahren
Broschüre der Klassifikationsgesellschaft DNV GL zum Thema

 

Schreiben Sie einen Kommentar