LNG-Terminal im Hafen von Götebort geplant

Göteborg plant reguläre LNG-Betankung ab 2018

Im größten Hafen Skandinaviens werden die Pläne für ein zentrales LNG-Terminal konkret: Das Unternehmen MAN Cryo soll eine flexible Bunkeranlage liefern.

In kaum einer Region sind bereits so viele LNG-Schiffe unterwegs wie vor den Küsten Skandinaviens. Um die Versorgung mit dem umweltfreundlichen Treibstoff zu verbessern, entsteht im Hafen von Göteborg nun ein entsprechendes Terminal. Bauherr ist der schwedische Gasnetzbetreiber Swedegas. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen mit Flüssigerdgas betriebene Schiffe während des Beladens und Entladens hier über Lkw oder Container betankt werden können.

Der Auftrag zur Bereitstellung der Technik wurde an MAN Cryo vergeben. Zur Sicherung eines effizienten Betriebs werde die maßgeschneiderte Anlage über eine Abgabestation für LNG-Anhänger oder -Container, Zubringerpumpen, vakuumisolierte Rohrleitungen sowie Bunkervorrichtungen verfügen, hieß es in einer Pressemitteilung des Mutterkonzerns MAN Diesel & Turbo. Ein separater Betankungsstopp der Schiffe entfalle. Die Lösung biete dadurch mehr Flexibilität für Kunden wie für LNG-Zulieferer und stehe außerdem mehreren Lieferanten offen.

Nach Angaben von Swedegas ist die Bunkeranlage nur ein erster Schritt auf dem Weg zum Bau einer umfassenden Infrastruktur für LNG im Hafen von Göteborg. Im Fokus stehe dabei die Schifffahrt, die wegen der strenger gewordenen Umweltvorschriften zunehmend auf emissionsarme Kraftstoffe angewiesen sei, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig sei in der westschwedischen Stadt aber auch ein Anschluss des neuen Terminals an das örtliche Gasnetz geplant. Künftig solle auf diese Art auch die Industrie und der übrige Transportsektor des Landes mit LNG versorgt werden.

Deutschland hinkt hinterher

Das erste deutsche LNG-Terminal für Schiffe soll Plänen zufolge in Brunsbüttel entstehen – allerdings wohl frühestens im Jahr 2020. Große Anlagen dieser Art gibt es bereits etwa in Rotterdam und Zeebrugge sowie in Norwegen. Im Ostseeraum sind unter anderem im polnischen Swinemünde, im litauischen Klaipeda sowie an mehreren Standorten in Finnland LNG-Terminals geplant oder bereits in Betrieb, die künftig auch der Treibstoff-Versorgung von Schiffen dienen könnten.

Einige Versorgungsunternehmen – unter anderem Skangas und Shell – beliefern mit speziellen Bunkerschiffen zudem auch Kunden aus der maritimen Branche in anderen Häfen Nordeuropas. Eine Übersicht der Möglichkeiten zur Nutzung von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas) in der Schifffahrt bietet der „LNG Fuel Finder“ der Klassifikationsgesellschaft DNV GL. Über diese Plattform können Reedereien ihren Bedarf anmelden und mit potenziellen Versorgern in Verbindung treten.

 

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