CMA CGM setzt bei neuen Containerschiffen auf LNG-Antrieb

Mega-Frachter von CMA CGM erhalten Flüssigerdgas-Antrieb

Ab 2020 werden neun der weltweit größten Schiffe LNG tanken. Ein Durchbruch des umweltfreundlichen Treibstoffs rückt damit immer näher.

Es ist eine Entscheidung mit Signalwirkung: Die französische Reederei CMA CGM will ihre kürzlich in Auftrag gegebenen Schiffsneubauten der 22.000-TEU-Klasse mit LNG-Antrieb ausstatten. Die neun Container-Frachter würden die künftigen Emissionsgrenzwerte auf diese Art nicht nur einhalten, sondern sogar klar unterbieten, hieß es pünktlich zur UN-Klimakonferenz COP23 in Bonn in einer Pressemitteilung. Für die Technik könnte sich das Projekt zugleich als Meilenstein auf dem Weg von der Nische in den Massenmarkt erweisen.

Bisher werden weltweit nur einige hundert Schiffe mit verflüssigtem Erdgas betrieben. Die meisten sind eher klein oder auf bestimmte Routen festgelegt. Für einen flexiblen Einsatz im globalen Verkehr fehlt noch die Infrastruktur zur Betankung. Die neuen Mega-Frachter von CMA CGM könnten hier einen Unterschied machen. Denn durch sie dürften entsprechende Investitionen in etlichen Häfen attraktiver werden. Und das wiederum könnte weitere Reeder zum Umstieg auf LNG bewegen.

Dass sich LNG in der Schifffahrt tatsächlich als Alternative zum extrem umweltschädlichen Schweröl etablieren könnte, wurde gerade in den vergangenen Tagen deutlich. Während der Branchenmesse Europort 2017 in Rotterdam kündigten die deutsche Reederei Wessels und der Motorenhersteller MAN Diesel & Turbo an, drei weitere Feederschiffe umzurüsten. Es soll sich dabei um Schwesterschiffe des in diesem Jahr bereits erfolgreich auf LNG umgestellten 1.036-TEU-Frachters „Wes Amelie“ handeln.

Ebenfalls zur Europort 2017 kündigte die US-Reederei Tote Maritime an, mit MAN Diesel & Turbo als Partner die RoRo-Frachter „North Star“ und „Midnight Sun“ auf Dual-Fuel-Antrieb umzurüsten – was eine Nutzung von Flüssigerdgas ermöglicht. Die beiden Schiffe verkehren an der nordamerikanischen Westküste, die genau wie Nord- und Ostsee zu den sogenannten Emission Control Areas zählt.

Die neuen Containerschiffe von CMA CGM werden Berichten zufolge an zwei Standorten in China gebaut und ab Anfang 2020 ausgeliefert. Mit einer Ladungskapazität von 22.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) sollen sie dann zu den größten der Welt zählen. Durch ihre LNG-Antriebe werden sie dabei gegenüber herkömmlichen Schiffen etwa 25 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Die Stickstoffoxid-Emissionen verringern sich bei Nutzung von LNG (Liquefied Natural Gas) um mehr als 85 Prozent. Der Ausstoß von Schwefeloxid und Feinstaub wird sogar fast vollständig vermieden.

 

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