Brennstoffzellen machen "Hyseas III" zur ersten Wasserstoff-Fähre

Schottische Werft plant erste Wasserstoff-Autofähre

Brennstoffzellen sorgen für den Antrieb, Basis dafür sind Erneuerbare – nach diesem Konzept soll ein Schiff ab 2020 zwischen den Orkney-Inseln verkehren.

Am Rande von Glasgow ist ein zukunftsweisendes Projekt gestartet worden: Mit Finanzierung der EU entsteht eine Fähre, die komplett emissionsfrei bleibt – die weltweit erste Hochseefähre mit Wasserstoff-Antrieb. Gebaut wird sie von der Werft Ferguson Marine. Die Brennstoffzellen liefert Ballard Power Systems. Als Einsatzort wurden die Orkney-Inseln ausgewählt, wo große Mengen an erneuerbarer Energie aus Wind- und Gezeitenkraftanlagen zur Verfügung stehen.

Das einzige “Abgas” beim Betrieb einer Brennstoffzelle ist Wasserdampf. Wirklich sauber ist die Technik trotzdem nur dann, wenn der für den Prozess benötigte Wasserstoff zuvor auf regenerative Art erzeugt wurde. Die Kosten der “regenerativen Wasserstoff-Produktion” sind nach Einschätzung von Experten derzeit aber für einen kommerziellen Einsatz noch zu hoch. Von dem nun gestarteten Projekt “Hyseas III” versprechen sich die beteiligten Partner wichtige Impulse, die perspektivisch zu einem Durchbruch führen könnten.

Das Brennstoffzellen-System werde zunächst auf dem Werftgelände in Schottland intensiv getestet, hieß es in einer Pressemitteilung der Projektpartner. Ziel sei es, die bisher vor allem in Straßen-Fahrzeugen eingesetzten Module für die Nutzung an Bord eines Schiffes zu optimieren. Experten der Universität St. Andrews werden das Projekt “Hyseas III” wissenschaftlich begleiten. Die Gesamtkosten betragen laut Planung etwa 12,6 Millionen Euro. Ein Anteil von 9,3 Millionen Euro wird über das europäische Förderprogramm “Horizon 2020” bereitgestellt.

Hintergrund des Projekts sind die auch für Schiffe zunehmend schärferen Emissionsrichtlinien. Während das vergleichsweise saubere LNG von Teilen der Branche primär als Brückentechnologie betrachtet wird, ließen sich die schädlichen Abgase der Schifffahrt bei einer Nutzung von Wasserstoff tatsächlich auf null reduzieren. Um in diesem Bereich schon bald marktreife Lösungen anbieten zu können, hat Ballard Power Systems auch eine Kooperation mit dem Technikkonzern ABB vereinbart.

 

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