Tallink setzt mit Autofähre "Megastar" auf LNG-Antrieb

Tallink setzt mit „Megastar“ auf LNG-Antrieb

Neue Technik für neue Umweltregeln: Auf einer vielbefahrenen Strecke zwischen Finnland und Estland wird ab Januar eine Flüssigerdgas-Fähre verkehren.

Noch wird auf der Meyer Werft Turku in Finnland fleißig geschweißt und geschraubt. Doch schon am 29. Januar 2017 soll die „Megastar“ den regulären Betrieb aufnehmen. Die Besonderheit der neuen Fähre der estnischen Reederei Tallink ist die Technik: Die Motoren des Herstellers Wärtsilä sind auf Flüssigerdgas (LNG / Liquefied Natural Gas) ausgelegt. Dank des umweltschonenden Kraftstoffs werden die Schwefel- und Rußpartikel-Emissionen radikal reduziert. Auch der Ausstoß von Stickstoff und CO2 wird deutlich gesenkt.

Die 212 Meter lange „Megastar“ soll die beiden Hauptstädte Helsinki und Tallinn miteinander verbinden. Mit einer Geschwindigkeit von 27 Knoten wird sie dabei Platz für etwa 2800 Passagiere bieten. Neben dem LNG-Antrieb verfügt das Schiff nach Angaben von Meyer Turku auch über einen vollständig neu entwickelten Rumpf, der für einen geringeren Wasserwiderstand und damit für erhöhte Energieeffizienz sorgt.

Hintergrund für die Einführung der neuen Technik sind auch die zunehmend schärfer werdenden Umweltgesetze für Nord- und Ostsee. Seit Anfang 2015 darf der Schwefelgehalt im Kraftstoff in diesen sogenannten Emission Control Areas (ECA) nur noch maximal 0,1 Prozent betragen. Ab 2021 gelten zudem deutlich strengere Grenzwerte bezüglich der Stickoxidemissionen. Um diese Grenzwerte einzuhalten, haben die Redereien in der Region verschiedene Möglichkeiten.

Auf LNG-Technik setzen neben Tallink unter anderem auch Viking Line mit der „Viking Grace“, die zwischen Stockholm und Turku verkehrt, sowie Fjord Line mit den Schiffen „Stavangerfjord“ und „Bergensfjord“ auf Routen zwischen Dänemark und Norwegen. Eine Alternative ist die Umstellung auf Methanol-Antrieb, wie bei der Fähre „Stena Germanica“ auf der Linie von Kiel nach Göteborg. Eine gängige Praxis zur Abgasentschwefelung ist zudem der nachträgliche Einbau eines sogenannten Scrubbers, wie z.B. auf Schiffen der Lübecker Reederei TT-Line.

 

Weitere Informationen:
Video der Reederei Tallink zum Thema „Why LNG?“
Blogportal mit Artikeln rund um die neue Fähre „Megastar“

 

Schreiben Sie einen Kommentar